Tradition beim Fessenbacher Buchlädele sind auch die gesellschaftlichen Themen, die vor allem im Monat November immer wieder in den Vordergrund gerückt werden- So steht mit dem Vortrag von Hans-Peter Goergens ein Redner an, dem schon seit vielen Jahren das Konzentrationslager „Natzweiler-Struthof“ im Elsass ein Herzensanliegen ist. Der Referent wurde am 4.3.1944 im Freistaat Danzig geboren und gelangte mit seiner Mutter mit der Flucht über die Ostsee nach Dänemark. Im April 1947 wurde die französische Besatzungszone für Flüchtlinge geöffnet, somit landete die Familie zunächst in Altdorf und später als der Vater aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrte, nach Ettenheim. Nach der Schule ging er zur Bereitschaftspolizei nach Karlsruhe-Durlach mit späterem Einsatz in Emmendingen und Waldkirch. Im Herbst 1968 wurde Georgens Betriebsrat bei der Firma Nestler in Lahr, danach Gewerkschaftssekretär, hauptsächlich bei der IG Metall in Karlsruhe. Dort lernte er ehemalige KZ-Häftlinge kennen, die im Widerstand oder im Spanischen Bürgerkrieg waren. So kam Hans-Peter Goergens zu der Aufgabe, die ihn ein Leben lang begleitete, sich für die Erinnerung an die Nazizeit und ihre Verbrechen einzubringen. Das KZ Natzweiler-Struthof war das nächstgelegene KZ von Offenburg, das im Mai 1941 eröffnet wurde. Es wurde auch zum Stammlager, am Ende, mit 70 Außenanlagen. Im Struthof waren auch Offenburger in Haft, wie Richard Bätz und Otto Schneider, beide waren KPD-Stadträte in Offenburg bis die Nazis an die Macht kamen. Richard Bätz überlegte, Otto Schneider wurde im KZ-Mauthausen ermordet. Von den Außenlagern lag zunächst das nächste in Haslach (Haslach-Vulkan). Kurz vor Kriegsende wurde auch das letzte Außenlager in Offenburg eröffnet. Es bestand nur drei Wochen. Aber das kostete 100 Menschen das Leben.- Danach wurden die Überlebenden mit dem Zug durch den Schwarzwald verfrachtet. Als die Lokomotive durch einen Tiefflieger-Angriff nicht mehr fahrtüchtig war, ging der Todesmarsch weiter, bis die Häftlinge von der französischen Armee befreit wurden. Es sind Geschichten, die betroffen machen, stammen doch auch Täter und Opfer aus unserer Stadt und der Region. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird unter hass.u@t-online.de gebeten.